Rezensionen
Universalkünstler. Pocci-Werkausgabe in 30 Bänden
Es ist eine editorische Mammutaufgabe, das zeigt allein ein Blick in das Werkverzeichnis. Es listet 1140 Pocci-Veröffentlichungen auf, dazu Sekundärliteratur. Nicht nur als Autor von Marionetten-Stücken war der Universalkünstler bekannt, er veröffentlichte auch Lieder oder kulturhistorische Studien. Dazu kommen etwa 600 musikalische Nummern Opern oder Klavierstücke und rund 10\x0f000 Skizzen und Aquarelle. In neun Monaten hat der Verlag die ersten fünf Bände auf den Weg gebracht unterstützt von der Pocci-Gesellschaft und der Monacensia, in deren Edition die Werkausgabe erscheint.
Ralf Heußinger, Münchner Merkur 2.3.2007
Vor 200 Jahren wurde Franz von Pocci geboren – Verlage und Bühnen feiern das satirische Genie. Der Kasperlgraf in delikater Mission
[...] Und noch ein ambitioniertes Projekt: auf 30 Bände ist eine kommentierte Werkausgabe veranschlagt, die der Allitera Verlag in München in Verbindung mit der Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft, der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Literaturarchiv Monacensia und der Internationalen Jugendbibliothek zum 200. Geburtstag beginnt. Die ersten fünf Bände erschienen nächste Woche, sowie eine Gesamtbibliographie der Werke von und über Pocci mit Rund 1200 Einträgen (1821 bis 2006).
Michael Stephan, Bayerische Staatszeitung 23.2.2007
Ein echter Bayer. Zu Poccis 200. Geburtstag: „Kasperls Heldentaten und die Folgen”
Franz Graf von Pocci ließ seinen Kasperl Larifari zeitkritisch und literarisch sein. Der "Kasperlgraf", dem die Pocci-Gesellschaft zu seinem 200. Geburtstag am 7. März huldigt, komponierte, zeichnete, malte und karikierte aber auch. Die Phantasie des Ammerlanders war überbordend, sein Werk fast unüberschaubar. Eine 30-bändige Gesamtausgabe soll Poccis Oeuvre nun allgemein fassbar machen. Die ersten fünf Bände mit Spektakelstücken, Komödien, dem Gesamtverzeichnis und einer CD mit Pocci-Kompositionen erscheinen am heutigen Mittwoch im Allitera Verlag.
Simone Dattenberger, Süddeutsche Zeitung 2.3.2007
Mehr als Larifari. Die fast unbekannte Seite Poccis als Musiker
In der Gesamt-Werkausgabe, die Ende Februar vorgestellt wird, werden die zumeist illustrierten Kompositionen ebenfalls wiedergegeben, nebst musiktheoretischen Schriften und Artikeln für die Münchner Allgemeine Zeitung. Viel Raum also noch für die Entdeckung der eher kaum bekannten Seiten Poccis.
Reinhard Palmer, Süddeutsche Zeitung, Wolfratshauser Nachrichten 12.1.2007
Eines Kasperls Vater, Vertrauter des Königs. Die Facetten eines "Staatshämorrhoidarius": Münsinger Gesellschaft feiert den 200. Geburtstag ihres Patrons
[...] Neben dem Puppenspielautor ist da aber auch noch der Zeichner, Illustrator und Karikaturist, dessen Werk mit dem eigenen biedermeierlichen Leben eines "Staatshämorrhoidarius" eng verknüpft ist. Stoff genug für mehrere kulturhistorische Ausstellungen: in München "Kindereien" in der Internationalen Jugendbibliothek Schloss Blutenburg (5. Februar bis 4. Mai), "Kasperls Heldentaten - Franz Graf Pocci und die Folgen" in der Puppentheatersammlung des Münchner Stadtmuseums (2. März bis April), "Kinder, Kasperl und Hohe Tiere" in der Kreissparkasse am Sendlinger Tor Platz (7. März bis 30. April), anschließend (7. Mai bis 15. Juni) in der Kreissparkasse Starnberg, dort im August gefolgt von der Ausstellung "Historischer Starnberger See und seine Kuriositäten". Eine fürstliche Sonderausstellung richtet auch die Bayerische Staatsbibliothek aus (26. Juli bis 14. Oktober). Aquarelle des Grafen werden nebst literarischen Werken im Rahmen der 8. Gräfelfinger Literatur Tage (3. bis 14. Mai) im Gräfelfinger Rathaus präsentiert. Dem umfangreichen literarischen Werk, dem seinerzeit kein großer Erfolg beschieden war, widmen sich auch die Literaturtage in Landshut, wo Pocci nebst München sein Jurastudium absolviert hatte. Alles ist dann auch bald in einer circa 30-bändigen Gesamtausgabe des Allitera Verlags nachzulesen, die am 28. Februar in der Münchner Monacensia (19 Uhr) mit den ersten Bänden vorgestellt wird. Rechtzeitig zum Geburtstag des Grafen am 7. März, der in Münsing mit einem Gottesdienst gefeiert wird.
Reinhard Palmer, Süddeutsche Zeitung, Wolfratshauser Nachrichten 12.1.2007
Neue Bücher aus und über Bayern
Dieses Jahr nun ist des 200. Geburtstages des Kasperlgrafen zu gedenken, und das hat der Allitera Verlag in Zusammenarbeit mit der Pocci-Gesellschaft, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Münchner Monacensia zum Anlaß genommen, ein Unternehmen zu starten, das einigen Wagemut verrät, nichtsdestotrotz aber höchste Anerkennung verdient. Das Gesamtœuvre Pocci soll in einer 30bändigen Werkausgabe erscheinen.
Dreißig Bände deshalb, weil der hohe Staatsbeamte der Wittelbacher in seiner Schöpferkraft kaum zu bremsen war. Er hat nicht nur 40 Kasperstücke geschrieben, sondern auch unzählige Karikaturen für Münchner humoristische Zeitungen und Almanache gezeichnet sowie 600 Musikstücke komponiert, Gedichte und Lieder verfaßt und ein unsterbliches Werk hinterlassen, das solange Aufmerksamkeit erregen wird, wie es Staatsapparate gibt … Es ist dies „Der Staatshämorrhoidarius“, eine gezeichnete und getextete Satire auf den Beamtentypus schlechthin. Der Faksimile-Nachdruck der Erstausgabe von 1857gehört ebenso zur ersten Lieferung des Allitera Verlages wie die ersten beiden Bändchen des „Lustigen Komödienbüchleins“ sowie das „Neue Kasperltheater“ von 1855, mit dem einst die unglaubliche Karriere des Pocci’schen Larifaris begann.
Bernhard Setzwein, BSZ Unser Bayern 1.4.2007
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