Rauchzeichen

Gedichte

Effert, Gerold

ISBN: 3-86520-040-0
Lyrikedition 2000
108 S., Paperback
€ 9.80


In »Rauchzeichen« vereint Gerold Effert sinnliche Gedichte voller Naturerfahrung. Sein am Haiku geschulter Sprachrhythmus schafft einen Zauber und eine Musikalität, die der Naturgewalt – den Meeren, Küsten und Ufern – gewidmet ist. Wo viel Wasser ist, ist auch viel Nebel, und so verdichten sich die »blaue(n) Schwaden« in vielen Texten voller Duft und Licht und lassen die Küste, das Ufer, nur ahnen. Anfang und Ende – der Tod, »die letzte Überfahrt«, und der Aufbruch in ein neues Leben – sind die thematischen Pole. Dass Böhmen am Meer liegt, wusste der Dichter schon früh und das bedeutet, dem Gewohnten entfliehen können (»ausfahren werde ich bald aus der Enge des Tals«). Anklänge an Bachmann und Celan finden sich bei Effert mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Naturerfahrung ist hier eine Quelle der Lebenskraft. In logischer Konsequenz folgt treffsichere Zivilisations­kritik: Die titelgebenden »Rauchzeichen« sind nicht geheime Botschaften von Lagerfeuern oder Friedenspfeifen, sie sind unheilverkündender Qualm von brennenden Wäldern und Städten. Das Individuum versucht nicht zu löschen, sondern verriegelt das Haus winddicht und »lausch(s)t heitrer Musik«.

Rezensionen:

(...) Efferts Stärke ist das gleichnishafte Naturgedicht, auch in diesem Band. Dort, wo beschrieben und aufmerksam beobachtet wird, liegen seine Potenzen. (...) Heinz Weissflog in SIGNUM



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